Wirtschaftswachstum ankurbeln

Krieg und Konflikte haben große Teile der Infrastruktur Afghanistans zerstört, staatliche Dienstleistungen sind oft nicht vorhanden. Strom- und Wasserversorgung, Verkehrsnetze, Schulen und Krankenhäuser sind weder flächendeckend ausgebaut noch genügen sie den Bedürfnissen der Bevölkerung. Darüber hinaus fällt das Land immer wieder Naturkatastrophen zum Opfer – Dürren und Überflutungen wechseln sich ab. Afghanistan gehört auch heute noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zufolge rangierte das Land 2015 auf Platz 171 des Human Development Index (unter 188 Staaten).

 

Der zivile Wiederaufbau des Landes schafft Grundlagen für Handel und Wirtschaftswachstum. Trotz positiver Wachstumsraten während der vergangenen zehn Jahre hängt die Finanzierung des afghanischen Staates immer noch zu großen Teilen von landesexternen Finanzmitteln ab. Der afghanische Haushalt wird zu 67 % durch die internationale Gemeinschaft finanziert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Afghanistans lag nach Angaben der Weltbank im Jahr 2015 bei 19,3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu lag das von Deutschland bei 3,36 Billionen US-Dollar. Mehr als die Hälfte des BIPs wird in Afghanistan durch den Dienstleistungssektor bestimmt, weitere 22 % durch die Landwirtschaft. Industrieproduktion ist nur in geringem Maße vorhanden. Zudem hängt das Land stark von Importen ab, afghanische Produkte sind auf internationalen Märkten kaum wettbewerbsfähig.

 

Da die Landwirtschaft als Lebensgrundlage für einen Großteil der afghanischen Bevölkerung dient, liegt auf diesem Gebiet ein besonderer Fokus. Hier gilt es, langfristig höhere Erträge zu erzielen, die Einkommen vieler Familien zu erhöhen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Aus diesem Grund widmet sich die deutsche Zusammenarbeit mit Afghanistan neben dem weiteren Ausbau der Infrastruktur in ländlichen Gebieten auch der Beratung und Weiterbildung afghanischer Landwirte und Unternehmer. Diese zielen unter anderem darauf ab, Arbeitsprozesse effizienter und lukrativer zu gestalten, technisch optimal auszurichten und Frauen einzubinden.

 

Nähere Informationen zu unserer Arbeit im Schwerpunkt Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung finden Sie auch unter den Projektbeschreibungen und den „Geschichten“.

Unsere Arbeit im Schwerpunkt

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum im Norden Afghanistans stärken Um das Wirtschaftswachstum nachhaltig anzukurbeln, die Erträge afghanischer Landwirte zu steigern und die Beschäftigung im Land zu fördern, unterstützt Deutschland wirtschaftliche Vorhaben in den nördlichen Regionen des Landes. mehr
Lebensgrundlagen schaffen – dank Infrastrukturausbau im Norden Die Bundesregierung fördert Infrastrukturmaßnahmen im Norden Afghanistans, um der Bevölkerung vor Ort den Zugang zu Wirtschaft, Verwaltung, Gesundheitseinrichtungen und Bildung zu ermöglichen. mehr
Ein internationaler Flughafen – Verkehrsknotenpunkt im Norden Um den regionalen Handel zu fördern, die Transportbedingungen zu begünstigen und das zunehmende Personenaufkommen sicher zu regeln, fördert die Bundesregierung den Ausbau des Flughafens Mazar-e Sharif. Das stärkt nicht nur die Entwicklung der Stadt Mazar-e Sharif, sondern den gesamten regionalen Wirtschaftsraum rund um den Verkehrsknotenpunkt. mehr
Grenzüberschreitende Entwicklung und Kooperation fördern Um die Lebensgrundlagen der Bewohnerinnen und Bewohner schwer zugänglicher Grenzregionen in Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan zu verbessern, deren Kooperation und Integration zu ermöglichen sowie die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen, fördert die Bundesregierung den dortigen Ausbau der sozioökonomischen Infrastruktur. mehr
Lebensqualität und Beschäftigungsmöglichkeiten im Herzen Kabuls schaffen Um ansprechende Angebote für Jugendliche und Frauen zu schaffen, unterstützt die Bundesregierung die Revitalisierung des historischen Chihilsitoon-Parks („40-Säulen-Park“) im Süden Kabuls. Der mit 12 ha größte Park Kabuls wird nun modern angelegt und wiederbelebt. mehr

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16.11.2017 | Pressemitteilung
07.11.2017 | Pressemitteilung

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