Bergbau in Afghanistan – Hochschulausbildung verbessern & Innovationen schaffen

Um die Potenziale im Rohstoffsektor besser ausschöpfen zu können, unterstützt die Bundesregierung Afghanistan dabei, die fachliche Hochschulausbildung für die Bergbauindustrie zu verbessern, sie auf die Bedürfnisse von Arbeitsmarkt und Wirtschaft anzupassen und internationaler zu vernetzen.

Situation

Der Rohstoffsektor Afghanistans birgt erhebliche Einnahmepotenziale, welche die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes stark voranbringen könnten. Diese Potenziale werden jedoch nicht voll ausgeschöpft. Das liegt vor allem daran, dass ausreichend ausgebildete technische Fach- und Führungskräfte in diesem Bereich fehlen. Aktuell sind fachliche Lehrpläne an Hochschulen mit Bergbau- und Geologie-Fakultäten nicht ausreichend praxis- und arbeitsmarktorientiert. Außerdem sind die Studiengänge nicht international vernetzt und es mangelt an Fremdsprachenkenntnissen. Diese Aspekte machen es schwierig, das Ausbildungsniveau an den notwendigen fachlichen Wissensstand und das erforderliche technische Know-how anzupassen.

Ziele

Das Programm zielt darauf ab, die Studiengänge nicht nur fachlich zu überarbeiten, sondern diese auch an die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts, der Wirtschaft und der Verwaltungsstrukturen anzupassen, so dass Einnahmepotenziale im Rohstoffsektor voll ausgeschöpft werden können. Neben der fachlichen und praxisorientierten Schulung der Lehrkräfte werden bergbaubezogene Fächer entwickelt und in die Lehrpläne integriert. Regionale Kooperationen sollen außerdem den internationalen Anschluss an die wissenschaftliche Gemeinschaft in Forschung und Lehre fördern.

Maßnahmen & Wirkung

Das Vorhaben trägt dazu bei, die afghanische Hochschulausbildung für den Bergbausektor zu modernisieren und an die afghanischen Bedürfnisse anzupassen. Durch die enge Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und deutschen Universitäten wie beispielsweise der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und der Ruhr-Universität Bochum wird Lehrenden und Studierenden der Zugang zu aktuellem Fachwissen und innovativen Lehrmethoden ermöglicht.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Einführung berufspraktischer Phasen während des Studiums: Basierend auf einer Bedarfsanalyse bei Unternehmen und Verwaltungen des Bergbausektors, werden Studiengänge überarbeitet sowie bedarfsorientierte Lehrlabore eingerichtet. Ergänzend dazu werden Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung durch strategische Partnerschaften miteinander vernetzt. Der Austausch findet auf nationaler und internationaler Ebene durch sogenannte Winter Schools, Fachkonferenzen, wissenschaftliche Tagungen sowie Exkursionen und praktische Trainingsmaßnahmen in benachbarten Ländern statt. Absolventinnen und Absolventen finden aufgrund der verbesserten Studiengestaltung leichter eine Anstellung.
Zudem wird die Entwicklung von landesweit einheitlichen Standards für bergbaurelevante Studiengänge unterstützt, um internationale Akkreditierungskriterien wie z. B. Arbeitsmarktorientierung und Qualitätsstandards zu erfüllen.

Grundsätzlich soll der Rohstoffsektor unabhängig von externer Expertise und nachhaltig organisiert werden, so dass langfristig höhere Staatseinnahmen für Afghanistan generiert werden können. Mit der damit verbundenen Wertschöpfung im Land wird nicht zuletzt auch ein wesentlicher Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilität des Landes geleistet.

Übersicht

Engagement in Hauptstadt Kabul.  
Programm:
Ausbau einer berufsqualifizierenden Hochschulausbildung für den afghanischen Bergbausektor (AMEA)
Auftraggeber:
Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Hochschulbildung
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Kabul
Programmziel:
Verbesserung einer berufsqualifizierenden Hochschulausbildung für den afghanischen Bergbausektor.
Gesamtlaufzeit:
April 2014 – Mai 2019
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