Binnenvertriebene integrieren – mehr als eine logistische Herausforderung

Um die Lebensbedingungen von Flüchtlingen langfristig zu verbessern, unterstützt die Bundesregierung Afghanistan in der Umsetzung der Nationalen Strategie für die Binnenvertriebenen. Diese dient unter anderem der Integration in die Gesellschaft am neuen Wohnort.

Situation

Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) zufolge befinden sich nahezu 2,59 Millionen Afghaninnen und Afghanen auf der Flucht – ob aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen oder fehlenden ökonomischen Perspektiven.

Innerhalb des Landes ist die Versorgungslage Binnenvertriebener oft prekär: Grundbedürfnisse wie ausreichende Mengen sauberen Wassers können nicht immer befriedigt werden. In provisorischen Unterkünften sind Flüchtlinge besonders im Winter dem harten Klima schutzlos ausgeliefert. Wasser und Nahrung sind knapp, der Zugang zu Sanitäranlagen, Bildung und medizinischer Versorgung ist unzureichend. Darüber hinaus kommt es oft zu Konflikten über den Zugang zu Wasser und Ackerland zwischen Gastgemeinden und Binnenvertriebenen.

Abhilfe soll die Nationale Strategie für die Binnenvertriebenen des afghanischen Ministeriums für Flüchtlinge und Repatriierung (MoRR) schaffen. Um die Strategie wirkungsvoll umsetzen zu können, müssen die Ministeriumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zusätzlich geschult werden.

Ziel

Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt die deutsche Bundesregierung afghanische Organisationen aus Regierung und Zivilgesellschaft, Binnenvertriebene in ihre neuen Wohnorte zu integrieren – mit dem Ziel, dass diese ihren Lebensunterhalt wieder selbst bestreiten können. Außerdem zielt das Projekt darauf ab, die Lebensbedingungen der Binnenflüchtlinge zu verbessern.

Wirkung

Durch Schulungen konnten Fachkräfte der afghanischen Ministerien Mechanismen erlernen, um ihre Aufgaben besser zu bewältigen und Lösungsansätze zu schaffen. Mit Hilfe einer Datenerhebung konnten sie festlegen, welche Maßnahmen notwendig sind, um bedürftige Vertriebene gezielt zu unterstützen.

Beispiele bereits umgesetzter Hilfsmaßnahmen, die die Lebensbedingungen betroffener Binnenflüchtlinge deutlich verbessern, sind: 95 neue Trinkwasserbrunnen, 344 temporäre Unterkünfte für besonders gefährdete Familien, Aus- und Fortbildungen für 8.400 Personen, Trainings zur Konfliktbewältigung und Hygienevorsorge für Binnenvertriebene sowie Grundkurse im Lesen und Rechnen für insgesamt 1.640 Personen.

Schulungen werden von afghanischen Nichtregierungsorganisationen durchgeführt und sind auf örtliche Bedingungen angepasst. All diese Maßnahmen unterstützen afghanische Vertriebene dabei, ihr Leben eigenständig und aus eigener Kraft zu meistern.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Jawzjan, Balkh, Samangan.
Programm:
Soziale Integration von jugendlichen Binnenflüchtlingen (IDP)
Auftraggeber:
Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Flüchtlinge und Repatriierung (MoRR), Provinzdirektionen Jawzjan, Balk, Samangan
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Balkh, Samangan, Jawzjan
Programmziel:
Um langfristig die Lebensbedingungen von Flüchtlingen zu verbessern, soll diesen die Integration an neuen Wohnorten ermöglicht werden.
Gesamtlaufzeit:
Oktober 2014 – Dezember 2016
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