Das Trinkwasserversorgungssystem ausbauen – für mehr Wasser in Kabul

Um die afghanische Bevölkerung durchgängig mit einwandfreiem und qualitativ hochwertigem Trinkwasser in ausreichender Menge zu versorgen, unterstützt die Bundesregierung den Ausbau und die Erweiterung des Trinkwasserversorgungsnetzes in der Hauptstadt Kabul.

Situation

Noch nie gab es in Kabul einen flächendeckenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auch heute noch nur etwa jeder siebte Einwohner der Hauptstadt Kabul an das marode Trinkwassersystem angeschlossen. Es fehlt nicht nur an neuen Leitungsnetzen; auch in den vorhandenen Wasserleitungen gehen durch undichte Stellen bis zu 35 % des Wassers verloren. Da die Grundwasserressourcen in Stadtnähe begrenzt und durch illegale Siedlungen gefährdet sind, müssen zur Deckung des Trinkwasserbedarfs der Gesamtbevölkerung Kabuls in Zukunft weitere Ressourcen erschlossen werden.

Ziel

Das Vorhaben zielt darauf ab, durch die Verbesserung der Trinkwasserversorgung für einen großen Teil der Bevölkerung Kabuls zur Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse und zur Reduzierung von Gesundheitsrisiken beizutragen.

Maßnahmen & Wirkung

Mit den Baumaßnahmen in Logar, Allaudin, Upper Kabul River sowie Afshar wird die Steigerung der Brunnenkapazität und die Erhöhung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs beabsichtigt. Außerdem zielen die Baumaßnahmen darauf ab, die Qualität des Trinkwassers zu steigern und technische Wasserverluste durch Leckagen, Überdruck oder andere Ursachen von 60 % (in 2004) auf 30 % zu senken. Im Zuge dessen soll die Gesamtzahl der Haushaltsanschlüsse an das Wassernetz in Kabul von weniger als 10.000 in 2004 auf 100.000 gesteigert werden.

Um das volle Potenzial der Brunnenfelder von insgesamt 111.000 m³ pro Tag zu nutzen, werden Infrastrukturmaßnahmen rund um das Trinkwassernetz Kabuls durchgeführt. Damit sollen bis zu 800.000 Personen erreicht werden. Im Rahmen des Programmes wurden bisher insgesamt 21 neue Trinkwassersysteme errichtet und bereits etwa die Hälfte (54.100 m³ pro Tag) der geplanten Wasserversorgungskapazitäten der Brunnenfelder an das System angeschlossen. In den Folgephasen des Programmes wird die Gesamtkapazität nach und nach weiter ausgebaut.

Seit Beginn des Vorhabens wurde die Gesamtanzahl der Hausanschlüsse von unter 10.000 auf ca. 57.800 Hausanschlüsse und 420 öffentliche Zapfstellen gesteigert. Die verbleibenden Hausanschlüsse werden mit dem weiteren Ausbau der Wasserversorgung stufenweise installiert. Technische Verluste konnten darüber hinaus von 70% auf rund 60 % reduziert werden. Eine weitere Reduktion auf weniger als 40 % wird angestrebt.

Das auf diesen Infrastrukturmaßnahmen aufbauende Vorhaben Wasserversorgung Kabul III zielt darauf ab, für bis zu 8.700 Haushalte in sieben Stadtteilen Kabuls eine zuverlässige Wasserversorgung sowie die Verbesserung der Wasserqualität zu gewährleisten. Parallel zur Errichtung von Brunnen betreut das Projektteam den Bau von Sammel- und Verbindungsleitungen, den Ausbau von Pumpstationen, die Verlegung von Haupt- und Nebenleitungen im Zentrum der Hauptstadt Kabul sowie die Instandsetzung bestehender Anlagen. Ein modernes Trinkwassernetz verbessert nicht nur die alltäglichen Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern hilft, wasserinduzierte Krankheiten zukünftig zu vermeiden. Darüber hinaus soll eine ununterbrochene Wasserversorgung ohne Störungen im gesamten neuen Versorgungsgebiet erreicht werden. Um einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen, wird dieses Vorhaben von der Französischen Entwicklungsagentur (Agence Française de Développement – AFD) sowie der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) kofinanziert.

 

Übersicht

Engagement in der Provinz  Kabul.
Programm:
Wasserversorgung Kabul II, Phase I + II Wasserversorgung Kabul Phase III
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Ministerium für Stadtentwicklung Afghanistan (MUDH); Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Afghanistan (Afghan Urban Water Supply and Sewerage Cooperation – AUWSSC)
Durchführungs-organisationen:
KfW
Provinzen:
Kabul
Programmziel:
Beitrag zur Befriedigung der Grundbedürfnisse und Reduzierung von Gesundheitsrisiken durch die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Kabul.
Gesamtlaufzeit:
Wasserversorgung Kabul II/Phase I+II: 2004 – 2018; Wasserversorgung Kabul/Phase III: 2012 – 2022
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