Fachkräfteintegration in Afghanistan

Um die Managementfähigkeiten afghanischer Fachministerien, wichtiger Institutionen und Verwaltungsorgane zu erhöhen, unterstützt die Bundesregierung die Vermittlung Integrierter Fachkräfte in den afghanischen Arbeitsmarkt.

Situation

Wissen und Bildung sind dem Land in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen. Denn Krieg und Unruhen haben in Afghanistan nicht nur die Infrastruktur zerstört. Gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte sowie Akademikerinnen und Akademiker sind emigriert. Zudem fehlen klare Strukturen innerhalb der staatlichen Verwaltung, Beschäftigungs- und Einkommensanreize zu schaffen und diesem Zustand so entgegenzuwirken.

Ziel

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte können erfolgreich vermittelt werden und arbeiten als Integrierte Fachkräfte bei Arbeitgebern in Afghanistan. Sie unterstützen afghanische Fachministerien sowie wichtige Institutionen und Verwaltungen dabei, ihre Managementfähigkeiten zu steigern.

Hintergrundinformationen

Integrierte Fachkräfte …

sind hoch qualifizierte deutsche Fach- und Führungskräfte, welche die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH auf Nachfrage an Arbeitgeber in Partnerländern aus dem öffentlichen Dienst, der Privatwirtschaft oder der Zivilgesellschaft vermittelt. Der Arbeitgeber schließt einen lokalen Arbeitsvertrag ab, bestimmt zusammen mit der Fachkraft die Ziele des Arbeitseinsatzes und zahlt ein ortsübliches Gehalt. Die GIZ bezuschusst das Gehalt der Fachkräfte.

Maßnahmen & Wirkung

Direkt vor Ort angestellt, genießen die Integrierten Fachkräfte das Vertrauen der afghanischen Partner. Dank ihres mehrheitlich afghanischen Hintergrunds können sie oftmals Schlüsselpositionen einnehmen, wirken an wichtigen ordnungs- und strukturpolitischen Veränderungsprozessen mit und fördern gleichzeitig den politischen Dialog zwischen Deutschland und Afghanistan. Sie arbeiten in den Bereichen gute Regierungsführung, Sicherheit, Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Transport, Bildung, höhere Bildung sowie Kultur und Medien, wo sie ihr Fachwissen an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Seit 2002 hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag der Bundesregierung insgesamt 116 Integrierte und Rückkehrende Fachkräfte in Schlüsselpositionen in Afghanistan vermittelt. Derzeit sind 13 Integrierte Fachkräfte in Kabul und der Provinz Balkh tätig.

Auch afghanische Absolventinnen und Absolventen, die in Deutschland studiert haben, werden im Rahmen des Programms Return of Talents Afghanistan in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) als Rückkehrende Fachkräfte auf entwicklungspolitisch relevante Positionen in afghanische Ministerien oder Behörden vermittelt und finanziell unterstützt. Aktuell sind 22 Rückkehrende Fachkräfte in Afghanistan beschäftigt.

Ein Beispiel im afghanischen Außenministerium: Eine Integrierte Fachkraft ist als Leiterin der Abteilung für Menschenrechte und internationale Frauenangelegenheiten im Außenministerium tätig. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehören unter anderem die Optimierung der Berichterstattung zu internationalen Menschen- und Frauenrechtsabkommen, die Einführung relevanter nationaler Gesetzgebung und die berufliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Balkh, Kabul, Herat, Kandahar, Khost, Nangarhar.
Programm:
Integrierte und Rückkehrende Fachkräfte
Auftraggeber:
Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Afghanische Ministerien und Institutionen
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Balkh, Kabul, Herat, Kandahar, Khost, Samangan, Nangarhar
Programmziel:
Aufbau leistungsfähiger staatlicher Verwaltungsstrukturen.
Gesamtlaufzeit:
Januar 2010 – Juni 2020
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