Schulförderung in Afghanistan – für einen besseren Unterricht

Um die Bildung von afghanischen Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu verbessern, unterstützt die Bundesregierung drei Modellschulen in Kabul, die als Vorbild für Bildungseinrichtungen gelten sollen: Die Amani-Schule für Jungen, die Aisha-e-Durani-Schule für Mädchen und das Lycée Jamhuriat, ein Wirtschaftsgymnasium für Mädchen.

Situation

Noch nie in der Geschichte Afghanistans besuchten so viele Kinder und Jugendliche die Schule wie heute. Doch oft ist die Unterrichts- und Schulqualität noch unzureichend. Entwicklungsbedarf besteht unter anderem in der Verbesserung des Unterrichts in den allgemeinbildenden und berufsvorbereitenden Fächern, im Fremdsprachenunterricht und im Schulmanagement. Das Lehrpersonal ist oft nur ungenügend ausgebildet, aufgrund langer Winterpausen sind die Unterrichtszeiten zu kurz. Darüber hinaus mangelt es an modernen Lehrmaterialien und Schulgebäuden

Ziel

Das Vorhaben zielt darauf ab, die Unterrichtsqualität an den drei von Deutschland geförderten Schulen zu verbessern. Die gewonnenen Erfahrungen an den drei Modellschulen können anschließend auf andere Schulen im Land übertragen werden.

Maßnahmen & Wirkung

Die nationale Bildungsstrategie der afghanischen Regierung (NESP) sieht die Etablierung von Modellschulen vor, in denen besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden sollen. Diese Schulen dienen auch der Orientierung für die Entwicklung afghanischer Schulen in anderen Provinzen des Landes. Dadurch wird die Verbesserung der öffentlichen Bildung in Afghanistan insgesamt angestrebt.

Dabei unterstützt die deutsch-afghanische Entwicklungszusammenarbeit den Ausbau der Modellschulen Amani- und Aisha-e-Durani-Schule sowie des Lycée Jamhuriat in Kabul in vier Bereichen:

  • Verbesserung des Schulmanagements
  • Verbesserung der Unterrichtsqualität
  • Qualifizierung des Lehrpersonals
  •  Verbesserung der Infrastruktur


Die Schulen werden durch eine neu gegründete Nichtregierungsorganisation (NRO) unterstützt, Schul- und Finanzmanagement zu verbessern und neue Konzepte zu entwickeln. Diese sollen anschließend von den einzelnen Schulleitungen umgesetzt werden. Damit dies auch gelingt, erhalten die Schulleiterinnen und Schulleiter Fortbildungen in den Bereichen Schulmanagement und Entwicklung.

Da die Unterrichtsqualität zudem unzureichend ist, wird auch diese in den Modellschulen verbessert, ganz besonders in den sogenannten „MINT“-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologien. Dazu erhalten die drei Schulen Labormaterialien, Schulbücher und Computer mit Software und Internetverbindung.

Außerdem wird die Unterrichtszeit der Schulen durch eine Umstellung vom Schichtbetrieb zu einem Ganztagesbetrieb erhöht. Die Kinder werden dadurch den ganzen Tag betreut. Eine neue Heizungsanlage sorgt auch im Winter für angenehme Temperaturen in den Klassen, so dass die Schule das ganze Jahr geöffnet bleiben kann. Zudem wurden mittlerweile auch extracurriculare Angebote wie Kunst, Sport und Musik geschaffen. Diese fördern die Kreativität und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und erhöhen gleichzeitig den schulischen Erfolg. Zukünftig werden alle drei Schulen Kinder mit besonders hohen Leistungen nach Abschluss der Primarstufe aufnehmen – die Aufnahme der Kinder soll dabei nach objektiven Kriterien erfolgen. Die begleitende NRO entwickelt derzeit ein angemessenes und faires Auswahlverfahren.

Einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Schule sind allerdings motivierte und gut qualifizierte Lehrkräfte. Internationale Trainerinnen und Trainer haben bislang 240 Lehrende zu den Themen Pädagogik und gewaltfreie Erziehung weitergebildet. 22 Lehrerinnen und Lehrer haben bereits ihr Wissen im Fach Mathematik vertieft; weitere Fortbildungen in naturwissenschaftlichen Fächern und Fremdsprachen folgen. Englisch wird zukünftig als die erste moderne Fremdsprache an den drei Modellschulen und im Unterrichtsplan der Schulen verbindlich verankert. Das Fach Deutsch, welches bereits seit vielen Jahren angeboten wird, bleibt als zweite Fremdsprache erhalten.

Um den Ganztagsbetrieb der Schulen zu gewährleisten, entstehen an der Amani- und der Aisha-e-Durani-Schule Kantinen. Das Lycée Jamhuriat arbeitet bereits im Ganztagsbetrieb. Die beiden Mädchenschulen Aisha-e-Durani und Lycée Jamhuriat wurden außerdem mit Sporthallen ausgestattet, um auch den Schülerinnen einen guten Sportunterricht zu ermöglichen. Darüber hinaus finanziert das Projekt die Instandsetzung bestehender Infrastruktur sowie anfallende Reparaturen. Zukünftig ist die Einstellung von Personal geplant, das für Wartungsarbeiten und die Sauberkeit der Schulen verantwortlich sein wird.

 

Übersicht

Engagement in Hauptstadt Kabul.
Programm:
Stärkung von Deutschland geförderter Schulen in Afghanistan
Auftraggeber:
Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Bildungsministerium Afghanistan (und TVET), Amani-Schule für Jungen, Aisha-e-Durani-Schule für Mädchen, Lycée Jamhuriat, Wirtschaftsgymnasium für Mädchen
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Kabul
Programmziel:
Schaffung von Grundlagen für den Ausbau der drei von Deutschland geförderten Schulen in Kabul zu Modellschulen.
Gesamtlaufzeit:
November 2014 – Dezember 2018
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