Starke lokale Regierungsstrukturen zur Stabilisierung Nordafghanistans

Um lokale Strukturen der Regierungsführung auf Distriktebene zu stärken und gleichzeitig die Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten zu verbessern, unterstützt die Bundesregierung die dafür notwendige Entwicklung von Kapazitäten sowie kleinere Infrastrukturmaßnahmen in Afghanistan.

Situation

Jahrzehntelange kriegerische Konflikte haben die afghanische Infrastruktur mitsamt der staatlichen Strukturen stark zerstört. Die Organisation von Staat und Verwaltung ist oft ineffizient und unübersichtlich; zivile Interessenvertretungen sind nicht immer vorhanden. Auch der Nutzen für die Bevölkerung ist nicht immer ersichtlich, denn die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung im Norden hat nur eingeschränkten Zugang zu Infrastruktur und staatlichen Dienstleistungen. Die nachhaltige Stabilität afghanischer Regionen hängt jedoch unter anderem von handlungsfähigen Regierungen und Interessenvertretungen auf lokaler Ebene ab. Die volatile Sicherheitslage in einzelnen Gegenden des Landes erschwert zudem die Entwicklung der Regionen.

Ziel

Mittels unmittelbar wirksamer Infrastrukturmaßnahmen und der Stärkung lokaler partizipativer Strukturen, insbesondere der sogenannten Distriktentwicklungsräte, zielt das Vorhaben darauf ab, den Staatsaufbau zu fördern, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und damit zur Stabilisierung des Nordens Afghanistans beizutragen.

Maßnahmen & Wirkung

Der Ausbau der Infrastruktur kommt direkt der afghanischen Bevölkerung zugute. Beispielsweise wurden im Rahmen des Vorhabens 260 Schulen sowie 38 Straßen und Brücken neu erbaut, erweitert, beziehungsweise restauriert und adäquat ausgestattet. Die Ergebnisse sind beachtlich: Bislang wurden in den vier Provinzen Badakhshan, Kunduz, Takhar und Baghlan insgesamt 377 Projekte in 52 Distrikten fertiggestellt. Diese Baumaßnahmen wirken sich unmittelbar positiv auf die sozioökonomischen Lebensbedingungen in den jeweiligen Distrikten aus, da sie ansässigen Afghaninnen und Afghanen den Zugang zu Bildung, Wirtschaft und Verwaltung ermöglichen. Im Distrikt Teshkan in der Provinz Badakhshan wird nun eine neu errichtete weiterführende und gemischte Schule für Jungen und Mädchen von knapp 950 Schülerinnen und Schülern aus sechs Dörfern besucht.

Durch Trainingsmaßnahmen für mehr als 50 Distriktverwaltungen werden darüber hinaus Mitglieder der Distriktentwicklungsräte (DDA) qualitativ in den Bereichen Projektauswahl und Monitoring fortgebildet. Zudem fördern Weiterbildungen für Mitglieder von Distriktentwicklungsräten die Handlungsfähigkeit dieser Institutionen, um die gesamte Organisation regionaler Organe der Regierungsführung effizient und effektiv zu gestalten. Beispielthema der Seminare: Konfliktmanagement.

Über qualifizierte DDA-Vertreter wird indirekt auch die ansässige Bevölkerung an demokratischen Prozessen, nämlich der Projektauswahl sowie -umsetzung, beteiligt. Dies erhöht die Legitimität der agierenden Organe sowie getroffener Entscheidungen. Um langfristig das volle Potenzial der afghanischen Bevölkerung bei der Stabilisierung ihres Landes zu nutzen, werden auch Frauen aktiv in die Arbeit der DDA eingebunden.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Badakshan, Kunduz, Takhar, Baghlan.
Programm:
Stabilisierungsprogramm Nordafghanistan (SPNA)
Auftraggeber:
Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Aga Khan Foundation Afghanistan (AKF-A), ACTED und Mercy Corps (MC)
Durchführungs-organisationen:
KfW
Provinzen:
Badakshan, Kunduz, Takhar, Baghlan
Programmziel:
Stabilisierung fragiler Regionen durch die Verbesserung der sozioökonomischen Infrastruktur und die Stärkung lokaler Entwicklungsräte.
Gesamtlaufzeit:
März 2010 – Dezember 2019
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