Wirtschaftsfaktor Energie – einen legalen Rahmen schaffen und Investitionen begünstigen

Die Bundesregierung unterstützt afghanische Institutionen und Unternehmen dabei, langfristig die Energieversorgung im ganzen Land zu steigern und Investitionsanreize zu schaffen, so dass die Koordination aller Prozesse zukünftig in afghanischer Hand liegt – in den Provinzen sowie auf nationaler Ebene.

Situation

Eine geregelte Stromversorgung ist zur Zeit undenkbar für drei Viertel der afghanischen Landbevölkerung. Stromausfälle stehen auf der Tagesordnung. Die Stromproduktion reicht nicht aus, Leitungssysteme fehlen oder sind veraltet, Verteilernetze marode oder nicht ausreichend ausgebaut. Diese Situation führt zu hohen Stromverlusten mit teils mehrtägigen Stromausfällen. Sie verhindert auch eine verlässliche Stromversorgung von Betrieben und Produktionsanlagen.  Darüber hinaus fehlt es in Afghanistan an legalen Rahmenbedingungen, die landesweite Investitionen im Feld Energie begünstigen sowie Investitionsanreize und Garantien schaffen. 

Ziel

Das Projekt zielt darauf ab, der afghanischen Gesellschaft Zugang zu möglichst klimafreundlich erzeugter Energie zu ermöglichen, um das Wirtschaftswachstum zu stärken und langfristig Armut zu mindern. Afghanische Institutionen und Fachkräfte sollen dazu befähigt werden, Rahmenbedingungen für eine verlässliche Stromversorgung zu schaffen. 

Wirkung

Die Regierung Afghanistans sieht vor, binnen der kommenden fünf Jahre die nationale Energieproduktion auf 3.200 Megawatt (MW) zu erhöhen und dabei rund 600 MW durch erneuerbare Energien zu erzeugen. Als Referenzwert: Mit 100 MW können rund 200.000 Haushalte versorgt werden. Das Projekt unterstützt hierbei die afghanischen Partner, allen voran das Ministerium für Energie und Wasser (MEW), bei der Entwicklung, der Abstimmung und der Verabschiedung politischer Leitlinien, rechtlicher Rahmenbedingungen sowie Erstellung von Umsetzungsstrategien und Sektorplänen. Damit einher geht die Unterstützung für eine verbesserte Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Institutionen im Bereich Energieversorgung. Das betrifft insbesondere das afghanische Ministerium für Energie und Wasser (MEW), den nationalen Stromversorger DABS und das afghanische Ministerium für die Entwicklung des ländlichen Raums (MRRD). 

Die Beratung durch das Projekt findet auf nationaler sowie auf Provinzebene statt. Dabei spielen die Provincial Energy Commissions (PEC) und das offiziell anerkannte nationale Komitee für Erneuerbare Energien (Renewable Energy Coordination Committee, – RECC) eine zentrale Rolle: Sie haben die Aufgabe, die nationalen Sektorpläne in die Versorgungspläne auf Provinzebene zu integrieren. 

Parallel dazu organisieren Privatunternehmen ihre Interessen im Unternehmerverband für Erneuerbare Energien in Afghanistan (Afghan Renewable Energy Union, AREU). Das Projekt berät den Unternehmerverband bei der internen Organisation und den Planungsabläufen, um die Qualität aller Prozesse sowie der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu überprüfen und zu verbessern.  Denn der Erfolg und die Verwirklichung verschiedener Pläne für den Energiesektor, wie z.B. der 100 MW Plan für erneuerbare Energien, hängen stark vom Engagement privater Unternehmen ab, die im AREU- Verband organisiert sind. Die Optimierung rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen schafft letztendlich Anreize für öffentliche und private Investoren und Betreiber, um den Bau und die Inbetriebnahme dezentraler Energieanlagen voranzubringen.

Darüber hinaus werden die afghanischen Partner auch bei der fachlichen Weiterbildung für qualifiziertes Betriebsmanagement erneuerbarer Energieanlagen beraten. Das Berufsbildungszentrum des Ministeriums für Energie und Wasser (MEW) erhielt Unterrichtsmaterialien und planerische Unterstützung, um weiterhin eigenständig Fachpersonal für alternative Energieanlagen fortzubilden. Das sichert den nachhaltigen Betrieb der neu erbauten und sanierten Anlagen und erhöht gleichzeitig die Berufschancen der Technikerinnen und Techniker sowie Ingenieure. Diesbezüglich fördert das Vorhaben die Kenntniserweiterung und das Wissensmanagement zu erneuerbaren Energien, einschließlich der Nutzung von Datenbanken und adäquaten Beobachtungs- sowie Bewertungssystemen. Des Weiteren werden die afghanischen Partner bei der Entwicklung von Verwaltungsvorschriften und der Nutzung angepasster Verfahren im Rahmen des Afghan Building Codes (ABC) beraten, um diesbezüglich eine qualitative Planung und Umsetzung zu gewährleisten.

 

Übersicht

Engagement in den Provinzen  Balkh, Samangan, Kunduz, Takhar, Badakhshan, Kabul.
Programm:
Institutionenförderung für Energie in Afghanistan (IDEA)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Ministerium für Energie und Wasser Afghanistan, Nationaler Stromversorger Afghanistan (Da Afghanistan Breshna Sherkat - DABS), Union für erneuerbare Energie in Afghanistan (AREU)
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Balkh, Samangan, Kunduz, Takhar, Badakhshan, Herat, Kabul
Programmziel:
Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen für die Energieversorgung in Afghanistan
Gesamtlaufzeit:
Januar 2015 – September 2018
Twitter icon
Facebook icon